Als uns gestern die Nachricht erreichte, dass Ute Haferburg die Gare du Nord, morgen frueh mit ersten Zug verlassen wird, da hatten wir spontan jeder einen Wunsch. Marianne wollte schon lange einmal dieses Lied aus Siebenbuergen, Utes Heimat, singen. Und ich began sogleich eine Wunschliste aufzusetzen, mit Wuenschen fuer das Gare du Nord Programm nach Utes Abreise Es kamen mir aber keine Wuensche in den Sinn, nur Anti-Wuensche: kein Fussball, keine Folklore, keine Opern, kein Musiktheater, keine Impro , usw. Aber das sind ja alles nur Spielformen und keine Denkformen, deswegen habe ich diese Liste wieder verworfen.
Waehrend ich so ueber meine Wuensche nachdachte, da viel mir diese alte Kinderspielzeug in die Haende. Es heisst : die Wunschtuerme. Das Spiel besteht darin, einen Turm aus Wuenschen von einem Ort an einen anderen Ort zu versetzten. Ein dritter Ort dient als Zwischenlager. Wie es mit Wuenschen so ist, kann dabei nie ein groesserer Wunsch auf einen kleineren gesetzt werden. Und es kann auch nur ein Wunsch auf einmal transportiert werden. Mit 3 Steinen sieht das Spiel dann so aus:
eine Sequenz ohne Toene
Nachdem wir das Spiel einige Male gespielt hatten, hatten wir den Wunsch auch Ute noch etwas zum Abschied zu schenken. Da Ute ja kuenftig an drei Orten wohnen wird, naemlich in Haferling, in Basel und an der Flaamser Oper, muss sie natuerlich auch ihre Wuensche zwischen diesen Orten hin und her transportieren. Damit Ute das leichter gelingt, wollten wir als Abschiedsgeschenk eine Strategie zum Versetzen von Wuenschen schenken. Damit Ute sich diese Strategie leichter merken kann, haben wir das Spiel mit den Wunschtuermen vertont. Die drei Orte Haeferfing, Basel und Flaams sind numeriert von 1 bis 3 und jeder Wunsch entspricht einer Note. Als Beispiel transporiere ich drei Wuensche von Haferling nach Flaams.
eine Sequenz mit Toenen
Jetzt hat Ute natuerlich nicht 3 oder 4 Wuensche, sondern vielleicht 100. Sie haben gesehen, das das Wuenschspiel schon mit wenigen Wuenschen knifflig wird. Wir werden Ute deswegen jetzt eine Strategie auf den Weg geben, mit der beliebig viele Wuensche leicht versetzt werden koennen. :
Stellen wir uns vor , Ute hat 100 Wuensche und wir wuessten , wie wir 99 davon von hier nach hier bewegen koennten (obwohl ein solcher Spielzug nicht erlaubt ist). Dann koennten wir einfach den 100 Wunsch von hier nach hier bewegen und dann den restlichen 99 Wuensche ans Ziel versetzten. Wir wuenschen ganz stark, dass wir wuessten wie wir 99 Wuensche versetzen und wiederholen den Prozess dann fuer 98,97, usw bis hin zum kleinsten Wunsch. Dann ergibt sich der Prozess fuer 100 Wuensche wie von selbst.
Diese Strategie des Denkens heisst Wunschdenken und kann in allen Bereichen des Lebensangewendet werden, , im Realen wie im Kuenstlichen . Und wenn morgen Ute die Gare du Nord mit dem ersten Zug verlaesst, dann hat sie eine Strategie dabei, fuer zeitlich-raeumliche Prozesse, ueber die man nicht kausal nachdenken kann, obwohl sie natuerlich deterministisch sind. Es ist kein Zufall im Spiel und trotzdem kann man diese Prozesse nicht verstehen, in den man versucht, einzelne Schritte nachzuvollziehen. Man kann nur behaupten, das man etwas aus der Zukunft hat, was man noch nicht hat, aber ganz stark wuenscht. Und dann muss man sich auf diese Behauptung verlassen. Denn Wunschdenken ist das Denken ueber die Zeit hinaus und wir wuenschen uns, das die Gare du Nord ein Ort bleibt, fuer das Denken ueber die Zeit hinaus.
Wir wenden jetzt diese Strategie des Wunschdenkens auf 3,4 und 5 Wuensche an.
Mich hat dieses Spiel interessiert, weil es einen zeitlich-raeumlichen Prozess erzeugt, ueber den man nicht kausal nachdenken kann, obwohl er natuerlich deterministisch ist. Es ist kein Zufall im Spiel und trotzdem kann man diesen Prozess nicht verstehen, in den man versucht, einzelne Schritte nachzuvollziehen. Man kann nur behaupten, das man etwas aus der Zukunft hat, was man noch nicht hat, aber ganz stark wuenscht. Und dann muss man sich auf diese Behauptung verlassen. Wunschdenken ist das Denken ueber die Zeit hinaus und ich wuensche mir, das die Gare du Nord ein Ort bleibt, fuer das Denken ueber die Zeit hinaus.